Im Arrest arbeiten viele unterschiedliche Fachkräfte zusammen.

Arrestleitung und Verwaltung

Über den Termin des Arrestantrittes, Unterbrechungen oder Verschiebungen entscheidet die Arrestleitung in Absprache mit dem zuständigen Amtsgericht vor Ort. Neben der Arrestleitung kümmern sich in der Verwaltung der Jugendarrestanstalt Remscheid vier weitere Mitarbeiter/-innen um die ordnungsgemäße Abwicklung des Ladungsverfahrens, die Aktenführung und Koordination mit Amtsgerichten, Polizeidienststellen, etc. Bei nachweislich zwingenden Umständen (z.B. berufliche Verpflichtungen, Prüfungen, etc.) kann der Antrittstermin zum Arrest auf Anfrage auch angepasst werden (um auf der Arbeit z.B. Urlaub einreichen zu können oder den Schulabschluss nicht zu gefährden). Da die Anstalt an unterschiedliche Fristen gebunden ist, kann dem leider nicht immer entsprochen werden.

Verwaltung: Tel. 02191-84231/0

Allgemeiner Vollzugsdienst

Die größte Berufsgruppe ist der Allgemeine Vollzugsdienst (AVD). In der JAA Remscheid arbeiten 27 Beamtinnen und Beamte im AVD. Sie kümmern sich um alle Belange eines geregelten Tagesablaufes, also die Aufnahme und Entlassung, die Essensausgabe, die Betreuung der beiden Abteilungen und der Sportangebote sowie der Arbeitstherapie und vieles mehr. In der Arrestanstalt sind 24 Stunden am Tag, auch an Feiertagen und Wochenenden, immer genug Beamte des Allgemeinen Vollzugsdienstes im Einsatz, um alle Arrestanten betreuen zu können.

Leitung des Allgemeinen Vollzugsdienstes: Tel. 02191-84231/16

Arbeitstherapie/ Holzwerkstatt: Tel. 02191-84231/21

Allgemeiner Sozialdienst

Im Sozialdienst arbeiten vier Dipl. Sozialarbeiter/-innen (davon eine halbe Stelle). Sie betreuen alle Arrestanten während ihres Aufenthaltes. Dazu werden die Jungen im Erziehungsplangespräch mit dem Haus, den Regeln und Abläufen vertraut gemacht und gemeinsam geplant, welche Gruppen- und Hilfsangebote im Arrest geeignet sind, um Entwicklungsbarrieren (Schulmüdigkeit, Jobsuche, Wohnungslosigkeit, Konsumverhalten, offene Auflagen und Weisungen) aus dem Weg zu räumen. Gespräche mit dem Sozialdienst sind immer freiwillig und vertraulich. Entscheidend ist, welche Unterstützung sich ein Arrestant zur Umsetzung seiner jeweiligen Ziele wünscht und annehmen kann. Der Sozialdienst versucht auch eine Einbindung in Hilfsangebote am Heimatort zu organisieren, um einer erneuten Straffälligkeit nach dem Arrest zu vermeiden. Dabei sind insbesondere die schulischen und beruflichen Entwicklungsziele der Arrestanten von hoher Bedeutung. Außenkontakte zu Eltern, Schulen, Suchtberatungsstellen, der Besuchsausgang sowie die Entwicklung der Gruppenangebote werden ebenfalls durch den Sozialdienst koordiniert.

Sozialdienst: Tel. 021914-84231/29 02191-84231/38 02191-84231/42

Übergangsmanagement des Caritasverband Remscheid

Der Caritasverband Remscheid unterstützt den Jugendarrest mit einer Dipl. Sozialarbeiterin und einer Dipl. Pädagogin (mit jeweils einer halben Stelle). Das Übergangsmanagement leistet (nach der Zuweisung durch den Sozialdienst) intensives Fallmanagement mit Arrestanten, die in besonderen Lebenslagen (Obdachlosigkeit, Sucht, Schulden, angespannte Familiensituationen, etc.) eine kontinuierliche Beratung im Arrest benötigen. Dazu kann das Übergangsmanagement mit den Betroffenen auch Termine außerhalb der Anstalt wahrnehmen und so den Kontakt zu Beratungsstellen und Hilfsangeboten vor Ort aufbauen. Ziel ist die Abwendung prekärer Lebenssituationen und Integration in geregelte Tagesabläufe.

Übergangsmanagement: Tel. 02191-84231/30

Medizinischer Dienst

Die Jugendarrestanstalt liegt unmittelbar hinter der Justizvollzugsanstalt Remscheid, so dass die Amtsärzte/-innen der Vollzugsanstalt auch die medizinische Betreuung der Jugendarrestanstalt gewährleisten. Darüber hinaus ist in der Arrestanstalt auch ein kontinuierlicher Sanitätsdienst eingerichtet worden, um einfache medizinische Belange jederzeit versorgen zu können. Eine Unterstützung durch den regulären ärztlichen Notdienst der Stadt Remscheid ist selbstverständlich ebenfalls möglich. Um medizinische Beeinträchtigungen besprechen und behandeln zu können, nimmt jeder Arrestant nach der Aufnahme an einer ärztlichen Untersuchung durch die oder den Amtsarzt/-in teil. Die Entscheidung darüber, ob ein Junge aus medizinischer Sicht arrestfähig ist oder nicht, trifft immer die oder der Amtsarzt/-in, nicht der örtliche Hausarzt des Arrestanten. Diagnosen und Befunde von niedergelassenen Ärzten sind dennoch wichtige Dokumente, um über den weiteren Arrestverlauf und die Form einer Medikamentierung im Arrest entscheiden zu können. Daher sollten diese Dokumente unbedingt zum Arrestbeginn mitgebracht werden.

Arztraum: Tel. 02191-84231/24

Pädagogischer Dienst

Trotz der meist kurzen Arrestdauer von max. vier Wochen, verfügt die JAA Remscheid auch über einen eigenen Klassenraum. Hier bietet eine Lehrerin in Vollzeit insbesondere Unterricht zur Sprachförderung/Rechtschreibung, politischen Bildung, Gewaltprävention und Kommunikationsübungen sowie Hilfestellungen zur Wiedereingliederung ins Schulsystem vor Ort an. Die Beschulung hat nicht zum Ziel verbindliche Lernergebnisse zu vermitteln, daher gibt es natürlich auch keine Noten. Es geht vielmehr darum, durch individuelles Lernen, Bildungs- und Motivationslücken zu schließen und durch ressourcenorientierte Ansätze das Selbstvertrauen der Arrestanten in die eigenen Lernfähigkeiten zurückzugewinnen. Eine besondere Zielgruppe bilden dabei auch Arrestanten mit Migrationshintergrund, denen der Zugang zum regulären Schulbesuch aufgrund von Sprachbarrieren nur eingeschränkt möglich ist.

Lehrerin: Tel. 02191-84231/40

Seelsorge

Die evangelische Kirche ermöglicht an 10 Stunden/Woche die Seelsorge durch einen Diakon. Darüber hinaus feiern die Vollzugsseelsorger der JVA Remscheid an jedem Sonntag einen Gottesdienst in der JAA. Ehrenamtliche Organisationen bieten zudem jeden Samstag seelsorgerische Gesprächsangebote an. Diese Angebote sind natürlich auch für muslimische Arrestanten geöffnet und werden von allen Jungen gerne angenommen. Im Zuge der Neusortierung der eigenen Lebensgrundsätze besinnen sich viele Arrestanten auch auf ihre ethischen und religiösen Verhaltensgrundsätze zurück, so dass einer Begleitung ihrer spirituellen Fragen und Sinnsuche eine hohe Bedeutung zukommt. Selbstverständlich leisten die religiösen Angebote darüber hinaus auch einen wichtigen Beitrag zur Radikalisierungsprävention.

Seelsorger: Tel. 02191-84231/26

Weitere Intormationen zum Arrest: